Die Impfung gegen die Zecken-Borreliose (Lyme-Borreliose) ist eine der umstrittensten Impfungen überhaupt. Selbst in den Endemie-Gebieten tritt die Krankheit bei Hunden nur selten auf, und wenn, dann verläuft sie häufig mild und kann gut mit Antibiotika behandelt werden. Gegen die Borreliose-Impfung spricht zudem, dass der Impfstoff nicht auf die hierzulande überwiegend auftretenden Borrelien-Spezies abgestimmt ist: Die Vakzine hilft nur gegen Borrelia burgdorferi sensu stricto, diese kommt in Mitteleuropa zu maximal 25 Prozent vor. Wenn die Impfung also gegen die hierzulande vorherrschenden Borrelien versagt – wozu dann impfen? Es besteht zudem der Verdacht, dass die Impfung bei genetisch dafür anfälligen Tieren chronische Arthritis verursachen könnte.
Der erste (in den USA zugelassene und inzwischen wieder vom Markt genommene) Human-Impfstoff gegen Lyme-Borreliose hat jedenfalls bei Menschen diese gravierende Nebenwirkung hervorgerufen. Menschen sind für Borreliose viel empfänglicher als Hunde. Es erstaunt, dass es gelungen sein soll, für Hunde eine wirksame und unbedenkliche Borrelien-Vakzine zu entwickeln, nicht aber für Menschen, die ihn doch nötiger bräuchten. Es könnte vielleicht daran liegen, dass die Zulassungsbestimmungen für Tierimpfstoffe nicht so streng sind wie die für Humanvakzinen...
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